24.4.2010 - Bundeswehr nimmt Abschied von gefallenen Kameraden

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Aktuelles - Afganistan

Bundeswehr nimmt Abschied von gefallenen Kameraden

Ingolstadt, 24.04.2010.

Am 24. April fand im Ingolstädter Liebfrauenmünster die Trauerfeier für vier Soldaten statt, die bei Gefechten im Raum Baghlan am 15. April in Afghanistan gefallen sind. In einer bewegenden Trauerfeier gedachte die Bundeswehr gemeinsam mit den Familien und Kameraden der Gefallenen.

Die aufgebahrten Särge der gefallenen Soldaten (Quelle: Bundeswehr/Kazda/Dana Kazda)

Bei den gefallenen Soldaten handelt es sich um den 33-jährigen Oberstabsarzt Thomas Clemens Broer vom Bundeswehrkrankenhaus Ulm, den 38-jährigen Major Jörn Radloff von der Unteroffizierschule Weiden in der Oberpfalz, sowie den 32-jährigen Hauptfeldwebel Marius Josef Dubnicki und den 24-jährigen Stabsunteroffizier Josef Otto Kronawitter vom Gebirgspionierbattaillon 8 aus Ingolstadt.

Tod darf nicht zur Routine werden

Kanzlerin und Minister verneigen sich vor den Toten (Quelle: Bundeswehr/Kazda)

Die vier Soldaten starben „für die Gewissheit, ihre und unsere Freiheit, das Leben unserer geborenen wie ungeborenen Kinder, unserer Familien zu schützen. Auch und gerade in Afghanistan“, sagte Verteidigungsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, der in seiner Trauerrede an den Lebensweg der vier Soldaten erinnerte. „Tod und Verwundung sind Begleiter unsere Einsätze geworden und sie werden es auch in den nächsten Jahren sein – wohl nicht nur in Afghanistan“. Dies ist nach den Gefechten vom 15. April und vom Karfreitag deutlich geworden, sagte der Minister.

Es verpflichte dazu, „diese Einsätze, Tod und Verwundung in unserem Denken niemals, wirklich niemals zur Routine werden zu lassen“, betonte der Minister. Die Gefechte in der Nähe von Baghlan hätten erneut „drastisch vor Augen geführt, wie gefährlich der Einsatz in Afghanistan ist“. Trotzdem würden die Soldatinnen und Soldaten unerschrocken, pflichtbewusst, verantwortungsvoll und tapfer ihren Dienst erfüllen. In Afghanistan wird „für unser Land, für dessen Menschen, also für jeden von uns, gekämpft und gestorben“, hob zu Guttenberg hervor.

In einem bewegenden Appell wandte sich Verteidigungsminister zu Guttenberg an die Trauergemeinde und an alle Menschen in Deutschland: „Erhalten Sie unseren Soldatinnen und Soldaten den gegebenen Sinn ihres verlorenen Lebens, jenen vieren hier auch, der zusammengefasst ist im soldatischen Eid und im Eid eines jeden politischen Verantwortungsträgers, so wahr Ihnen und uns allen Gott helfe“.

Große Anteilnahme der Bevölkerung

Trauerfeier in Ingolstadt (Quelle: Bundeswehr/Kazda/Dana Kazda)

 

Soldaten des Wachbataillons trugen die Särge am Ende der Trauerfeier aus der Kirche, vor der Soldaten im Ehrenspalier standen. Neben den etwa 1.000 Gästen im Ingolstädter Münster hatten sich außerhalb des Liebfrauenmünsters tausende Bürgerinnen und Bürger und Soldaten versammelt, um Abschied von den Gefallenen zu nehmen. Auf zwei Leinwänden konnte die Zeremonie im Freien mitverfolgt werden.

Der Oberbürgermeister der Stadt, Dr. Alfred Lehmann brachte die Verbundenheit der Stadt mit ihren Soldatinnen und Soldaten zum Ausdruck: „Ingolstadt ist eine Stadt, die als Garnisonstadt mit ihren Soldaten lebt und in der das Militär ein geschätzter Teil der Bürgerschaft ist“. Es sei unfassbar, dass nun aus Ingolstadt Gefallene zu betrauern seien. Dies gelte auch für die Menschen in den Städten Weiden und Ulm sowie in den Heimatgemeinden der Gefallenen. „Doch nicht nur dort, ja im ganzen Land herrschen große Trauer und Entsetzen“, sagte Lehmann.

Neben dem Verteidigungsminister nahmen auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle, der Außenminister der Republik Afghanistan, Zalanai Rassoul sowie der Ministerpräsident des Freistaates Bayern, Horst Seehofer, der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan Mappus, und der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, an der Trauerfeier teil.

 

Quelle, Fotos: Presse- und Informationsstab BMVg

Die Rede des Bundesministers der Verteidigung, Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, anlässlich der Trauerfeier für die vier am 15. April gefallenen Soldaten kann hier abgerufen werden

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