Herzlich willkommen bei der Jenny-Böken-Stiftung

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Unzufrieden mit der "Heimatfront"

Der Kriegseinsatz in Afghanistan hinterlässt bei den Soldaten der Bundeswehr zum Teil traumatische Erfahrungen. Die Zahl von Einsatzkräften in psychischer Behandlung steigt, aber die Bevölkerung reagiert desinteressiert.

Reinhold Robbe ist zwar nicht mehr Wehrbeauftragter der Bundeswehr, aber das Schicksal der Soldaten treibt ihn immer noch um. Er ist dabei, einen Runden Tisch zur Erhöhung der Akzeptanz der Soldaten in Deutschland zu organisieren. Und er sitzt häufig auf Podien und diskutiert darüber, wie die Deutschen mit ihrem bewaffneten Dienstpersonal umgehen. Ziemlich schlecht, stellt Robbe unzufrieden im Berliner Veranstaltungszentrum Urania fest, und spricht mit schmalen Lippen über Schmähungen und Desinteresse.


"Die Bürger wissen überhaupt nicht, unter welchen Belastungen die Soldaten und ihre Familien stehen", sagt Robbe, "die haben unser Mitgefühl verdient, wenn sie schon den Kopf für uns hinhalten." Schließlich seien die Soldaten ja nicht freiwillig am Hindukusch, vor Somalia oder im Kosovo. "Der Bundestag hat das Mandat erteilt und damit sind die Soldaten letztendlich im Namen der Bürgerinnen und Bürger in den Einsatz geschickt worden."

Stress im Einsatz, Probleme daheim

Rund 4.000 deutsche Soldaten wurden nach Afghanistan geschickt, um dort gegen die Taliban zu kämpfen und beim Wiederaufbau zu helfen. Insgesamt leisten rund 10 000 Deutsche Dienst in einer der zahlreichen Auslandsmissionen der Bundeswehr. Solche Einsätze sind anstrengend und nicht selten gefährlich. Das belastet -  und so kommen viele Soldaten mit psychischen Problemen zurück nach Hause.

Einer von denen, die aus dem Einsatz zurückgekommen sind, sitzt rechts neben Robbe. Sebastian Ohme, 26, ist ein sportlich-schlanker Mann in Jeans: "Ich hatte Schlafstörungen und musste immer aufpassen, links, rechts, nach hinten." Für Außenstehende wirken die Reflexe grotesk, die der Stabsgefreite aus dem Einsatz mitgebracht hat. "Im Supermarkt habe ich einmal meine Mutter in Deckung gedrückt, wegen dem Krach, den eine umfallende Palette gemacht hat."

Vier Jahre war er bei der Bundeswehr - und zwei Mal in Afghanistan. Ein bisschen Abenteuerlust und die Aussicht, Geld zu verdienen, haben bei ihm den Ausschlag gegeben, sich zu verpflichten. "Da soll mir keiner erzählen, dass er das aus Überzeugung macht." Ohme erzählt vom Dienst fern der Heimat, von dem Schock, als sich ein Kamerad aus Liebeskummer umgebracht hat, und von den Problemen, wieder in der Heimat anzukommen: Wie "unter Dauerstrom" habe er gestanden. So lautet auch der Titel seiner Geschichte in dem Heimkehrer-Sammelband "Ich krieg' mich nicht mehr unter Kontrolle." Es hat eine ganze Weile gedauert, bis er das Erlebte verarbeitet hatte. "Das wichtigste dabei war, darüber zu reden, mit der Familie und den Freunden."

Offenheit zum Gespräch hilft

Das passt zu den Beobachtungen, die Oberstabsarzt Peter Zimmermann im Bundeswehrkrankenhaus in Berlin macht. Er leitet dort die Abteilung Psychiatrie, Psychotherapie und Psychotraumatologie. "Der wichtigste Faktor, der darüber entscheidet, ob ein Soldat mit seinen Erlebnissen fertig wird, ist die soziale Unterstützung", sagt Zimmermann und meint die Gesprächsoffenheit in Familie und unter den Kameraden in der Einheit. 

Es melden sich immer mehr Soldaten zur Behandlung. 2008 waren es 245 Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS), im Jahr darauf 466, und in diesem Jahr werden es wahrscheinlich über 500 sein. "Das sind noch relativ wenige im Vergleich zu den Armeen anderer Länder", so Zimmermann. Die Ärzte behandeln die gestressten Heimkehrer mit Gesprächstherapien oder, indem sie rasche Augenbewegungen stimulieren – vergleichbar den Reaktionen beim REM-Schlaf, bei dem Menschen Erlebnisse im Traum verarbeiten.

Schwächelnde Heimatfront

Weniger wichtig ist nach Ansicht des Mediziners die politische Diskussion, die über die Einsätze in Deutschland geführt wird. Die hat vielleicht keinen so großen Einfluss auf die Verarbeitung der Erlebnisse aus dem Einsatz, aber sie schmerzt auch. 

Reinhold Robbe ist nach der Podiumsdiskussion von der Bühne gestiegen und steht neben der Treppe. Eine Offiziersgattin fängt ihn ab und klagt, wie schlecht es um die "Heimatfront" bestellt sei. 80 Prozent der Bundesbürger lehnen den Afghanistaneinsatz inzwischen ab. Robbe nickt beim Zuhören und verspricht, Aufklärungsarbeit zu leisten.

Ein paar Meter weiter steht Sebastian Ohme und schaut zu, wie sich die Ränge leeren. Bei seiner Rückkehr hat er sich über den kühlen Empfang in der Heimat geärgert. "Ich wollte keinen roten Teppich, aber es hätte mich ja mal jemand fragen können, wie es mir damit geht." Es war ihm heute Abend wichtig, zu erzählen, wie sich ein Heimkehrer fühlt. "Vielleicht werden die Leute ja dazu angeregt, mal darüber nachzudenken, dass in der Soldatenuniform ein Mensch steckt."


Autor: Heiner Kiesel
Redaktion: Hartmut Lüning


Der Sammelband "Ich krieg mich nicht mehr unter Kontrolle" ist im Fackelträger Verlag erschienen. Die Berichte von Kriegsheimkehrern sind von Ute Susanne Werner zusammengestellt worden.

 

© Deutsche Welle

 

Ankündigung WDR Reportage

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WDR Reportage

Ankündigung eines Berichtes über die Selbsthilfegruppe "Eisblume" :

Tag7

Am 06. Juni 2010 um 16.25 Uhr sendet der WDR eine Reportage (Tag 7) mit dem Titel:

„Sorge um unsere Soldaten“

In der  „Eisblume“ vorgestellt wird und Angehörige von Soldaten und Vertreter der Bundeswehr sich zu den Auslandseinsätzen und den daraus resultierenden Belastungen der Soldatinnen, Soldaten und deren Familienangehörigen äußern.

Sendetermine:

Sonntag, 06. Juni 2010, 16.30 - 17.00 Uhr
Samstag, 12. Juni 2010, 09.30 - 10.00 Uhr (Wdh.)

Ihre Birgit Klimkiewicz

 

Einladung zum ersten Treffen

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Einladung


Liebe Soldatenfamilien,

ich lade Sie ganz herzlich zum ersten Treffen der Selbsthilfegruppe „Eisblume“ ein.

Mittwoch, den 16.06 2010
Uhrzeit: 19.00 Uhr

Ort:
Familienzentrum St. Maria Königin
Goethestr. 23
50170 Kerpen-Sindorf

Es ist mir eine große Freude  Sie dort begrüßen zu können.

Ihre Birgit Klimkiewicz

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Grußwort der Jenny-Böken-Stiftung an Traumalos e.V

Mein Name ist Marlis Böken. Meine Tochter Jenny ist die Matrosin, die im September 2008 vom Segelschulschiff „Gorch Fock“ in die Nordsee gestürzt und ertrunken ist.

Ich habe im November 2009 die Jenny-Böken-Stiftung  gegründet und den Vorstandsvorsitz übernommen:

Die Schirmherrschaft über die Jenny-Böken-Stiftung hat Herr Reinhold Robbe, der zur Zeit amtierende Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, übernommen.

Sie finden uns im Internet unter www.Jenny-Böken-Stiftung.de.

Wir sind ein kleiner Baustein im Netzwerk der Hilfe. Wir arbeiten mit vielen anderen Organisationen zusammen, die Sie auf unserer Homepage finden. Es geht uns um die Hilfe für die Soldaten und deren Familien. Daher gibt es kein Konkurrenzdenken zwischen den einzelnen Hilfsorganisationen.Zweck der Stiftung ist, sich um in Not geratene Familien von getöteten und gefallenen Soldatinnen und Soldaten sowie Soldatinnen und Soldaten , die infolge ihres Dienstes dienstunfähig geworden sind, sowie deren Familien zu helfen und zu unterstützen.

Es geht uns um die Menschen, die in Not sind und Hilfe brauchen. Wir wollen mit Rat und Tat zur Seite stehen und schnell und unbürokratisch helfen. Sei es , dass man in finanzieller Not ist, sei es dass man Trost und menschliche Zuwendung braucht.

Manchmal hilft schon ein Gespräch, weil man sich verstanden und angenommen fühlt. Ich habe selber ein Kind verloren und kann daher vielleicht besonders gut  Eltern mit dem gleichen Schicksal Trost spenden und helfen.

Bitte scheuen Sie sich nicht unseren Rat, unsere Hilfe oder unsere Unterstützung zu erbitten. Wir sind im Netzwerk der Hilfe immer für Sie da. Ich möchte anderen Menschen helfen,  um dadurch dem Leben meiner Tochter  einen Sinn zu verleihen. Das steht im Mittelpunkt der Arbeit der Jenny-Böken-Stiftung.

Für mich stellt die Stiftungsarbeit auch eine wichtige Form der persönlichen Trauerbewältigung da.

Die Stiftung braucht Öffentlichkeit, Spenden und politische Überzeugungskraft, damit auch die Ungerechtigkeiten, die trotz aller gut gemeinten Versorgungsgesetze entstehen, durch die Politik schnell beseitigt werden.

Unsere Hilfe kann immer nur akute Not beseitigen. Für langfristige Versorgung und Lösungen ist die Politik verantwortlich und gefordert. Wenn wir politisch etwas bewegen können, wenn  wir die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Soldatinnen und Soldaten und deren Arbeit und deren Schicksal verbessern können, dann ist meine  Jenny nicht umsonst gestorben.

Danke an Traumalos e.V., dass ich hier auf der Seite  meine Stiftung vorstellen darf. Ich freue mich auf eine erfolgreiche gute Zusammenarbeit.

Mit vielen lieben Grüßen

Ihre Marlis Böken mit Jenny im Herzen

   

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Liebe Besucher unserer Homepage

Schon vor der Veröffentlichung in RTL war dieses Schicksal in der Fernsehsendung "Panorama". Der Wehrbeauftragte, Herr Reinhold Robbe, der der Schirmherr unserer Stiftung ist, hat sich persönlich für diesen Kameraden eingesetzt. Wie viele von Ihnen, so hat auch der Vorstand der Jenny-Böken-Stiftung sofort gesagt , "das darf es doch gar nicht geben. Das kann doch nicht wahr sein"
Durch den guten Kontak zu Herrn Oberstleutnant a.D. Timmermann-Levanas von der DKOF (=Deutsche Kriegsopferfürsorge) haben wir schnell mit einer Sofortspende versucht, Not zu lindern.
Wenn Sie den Kameraden, sei es auch mit einer noch so kleinen Spende unterstützen möchten, nutzen Sie bitte eines unserer Spendenkonten unter dem Kennwort "Steven Ruhnke".
Spendenkonten:
Konto: 1401630577  BLZ:31251220  Kreissparkasse Heinsberg
Konto:3302949017  BLZ:37069412 Raiffeisenbank Heinsberg
Ihre Spende wird sofort an den Betreffenden weiter geleitet. Jeder Euro kommt an, denn die Stiftungsaufsicht kontrolliert unsere Arbeit und die Spendenkonten. Ich danke Ihnen jetzt schon für Ihr Mitgefühl und Ihre Unterstützung. "Geht nicht, gibt es bei uns nicht".
Mit ganz vielen lieben Grüßen und einem dicken Dankeschön
Ihre Marlis Böken mit Jenny im Herzen


"Panorama" - Wehrbeauftragter Robbe: Bundeswehr lässt verwundete Soldaten im Stich.

Hamburg (ots) - Bundeswehrsoldaten, die im Dienst verwundet wurden, kämpfen oft jahrelang und häufig vergeblich um die Anerkennung ihrer Wehrdienstbeschädigung. Das bezeichnet der noch amtierende Wehrbeauftragte Reinhold Robbe im ARD-Politikmagazin "Panorama" (Sendung: Donnerstag, 15. April, Das Erste)  als einen "Skandal". Betroffene Soldaten würden "im Stich gelassen". Das sei "verheerend." Vor allem Soldaten mit "posttraumatischen Belastungsstörungen" (PTBS) stünden mit ihren Erkrankungen oft allein da.

Bis heute haben nach Auskunft des Wehrbeauftragten rund 600 Soldaten mit PTBS -Erkrankungen einen Antrag auf Wehrdienstbeschädigung (WDB) eingereicht. Weniger als ein Drittel der Anträge wurden anerkannt. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums auf Anfrage von "Panorama" ist die Zahl solcher Verfahren rasant gestiegen. Waren es 2009 erst 109 Verfahren, sind es derzeit schon 197. Zur Anerkennungsquote machte das Ministerium bisher keine Angaben.

Typisch für diese Fälle sind nach "Panorama"-Recherchen eine lange Verfahrensdauer und eine geringe Anerkennungsquote. Dabei spielen die Voten externer, ziviler Gutachter offenbar eine erhebliche Rolle. Eine solche Gutachterin aus Bremen etwa reduziert den Beschädigungsgrad mit folgender Begründung, die "Panorama" vorliegt: "Unter Beschuss zu stehen", könnte für einen Soldaten im Auslandseinsatz "nicht als außergewöhnlich belastend angesehen werden." Nach Auskunft des Verteidigungsministeriums sind für solche gutachtlichen Stellungnahmen nur drei Bundeswehr-Mitarbeiter fest eingeteilt, während insgesamt 22 Außengutachter für diese Aufgabe eingesetzt werden.

Die Vergabe von Gutachten "an Sachverständige, die von militärischer Materie offensichtlich keine Ahnung haben", kritisiert der Wehrbeauftragte Robbe in "Panorama" massiv: "Hier muss unterstellt werden, dass der Dienstherr, der einen Auftrag gibt, ein bestimmtes Ergebnis haben will." Offenbar, so Robbe, stecke System dahinter. Er müsse manchmal den Eindruck haben, dass in den "Wehrdienstbeschädigungsverfahren immer erst einmal für den Staat entschieden wird und gegen den betroffenen Patienten". Zu diesem Vorwurf äußerte sich das Verteidigungsministerium bisher nicht.

Auch der ehemalige Leiter der Psychiatrie im Bundeswehrkrankenhaus Bad Zwischenahn, Oberfeldarzt a.D. Dr. Klaus Pellnitz, bestätigt in "Panorama" den Eindruck, es werde in den Gutachten gezielt nach Gründen gesucht, um den Schädigungsgrad herabzusetzen: "Ich habe nie erlebt, dass ein Grad der Schädigung heraufgesetzt wurde ...  ich habe immer häufiger erlebt in den letzten Jahren, dass der Grad der Schädigung herabgesetzt wurde."

Ein weiteres Problem bei der Versorgung kranker Soldaten sind die unterschiedlichen Zuständigkeiten. Nach Entlassung aus der Bundeswehr sind die Versorgungsämter der Länder zuständig, doch die scheinen überfordert zu sein. Manche Anträge von Soldaten werden monatelang nicht bearbeitet. Ein ehemaliger Soldat aus Leipzig, Steven Ruhnke, steht nach einem mittlerweile 15 Jahre dauernden Verfahren mittellos da. Das Versorgungsamt hat ihn nun an das Sozialamt verwiesen. Jetzt muss der ehemalige Bundeswehrsoldat Sozialhilfe beantragen. Um auf diese Missstände aufmerksam zu machen, wird der Wehrbeauftragte Robbe den Ex-Soldaten am Donnerstag (15. April) beim Gang zum Sozialamt Leipzig begleiten.

Pressekontakt:

NDR Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Telefon: 040 / 4156 - 2300
Fax: 040 / 4156 - 2199
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http://www.ndr.de

   

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